Trauernde Menschen haben oft keinen Ort ihrer Trauer Raum zu geben.
Viele Bestattungen erfolgen heute auf der grünen Wiese, Gräber werden nach einiger Zeit eingeebnet oder der Ort des Grabes liegt weit entfernt. Nicht zu vergessen sind die Menschen, denen nicht nur das Leben, sondern auch ein Grab vorenthalten wurde.
Katholische und Evangelische Christen in Cottbus haben zusammen mit den Maltesern eine Idee in die Tat umgesetzt und ein Lebensbuch für trauernde Menschen eröffnet.
Dieses Buch will eine Brücke sein zwischen Lebenden und Toten.
Trauernde Menschen können ihre verstorbenen Angehörigen und Freunde in dieses Buch eintragen und haben damit einen Ort, wo die Namen der Verstorbenen geschrieben sind. Das Lebensbuch ist ein Angebot, immer wieder an die Verstorbenen zu denken, Gemeinschaft mit Verwandten und Freunden zu erleben und der Trauer einen Ort zu geben. In einem regelmäßigen Ritual wird es geöffnet, damit Trauernde ihre Verstorbenen zur Erinnerung eintragen können.
Jeweils am 14.02. / 09.05./ 12.09./ 14.11.2025 wird es von 16-17 Uhr in der Katholischen Propstei „St. Maria Friedenskönigin“ geöffnet. (A.-Kolping-Straße 17 in 03050 Cottbus)
Eine Gedenkandacht für begleitete Verstorbene findet jedes Jahr am Buß- und Bettag statt.
Das Lebenscafe ist von 15:30 Uhr bis 17:00 Uhr jeden 1. Donnerstag im Monat geöffnet in der “Haltestelle” der Herrnhuter Gemeinde in der Straße der Jugend. Es bietet Trauerenden die Möglichkeit zum Gespräch, zur Erinnerung, zum gegenseitigen Austausch.
Alle Angebote für Trauernde werden von geschulten Mitarbeiterinnen durchgeführt und sind kostenfrei.
Weitere Infos finden Sie hier: Malteser in den Diözesen Dresden-Meißen und Görlitz
Sternenkinder werden liebevoll die Kinder genannt, die frühzeitig im Mutterleib versterben. Auch wenn sie von der Umwelt kaum wahrgenommen werden, sind sie ein Teil unseres Lebens.
Totgeborene Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 500 Gramm fallen im Land Brandenburg nicht unter die Bestattungspflicht. Um die betroffenen Familien in ihrer Trauerarbeit zu unterstützen, lädt die „Initiative Sternenkinder Cottbus“ mehrfach im Jahr zu einer Gemeinschaftsbestattung dieser sehr kleinen Kinder ein.
Für viele Eltern ist diese Veranstaltung für die Bewältigung ihrer Trauer sehr wichtig. Die Grabstätte gibt ihnen außerdem einen Ort für ihre Trauer. Wir gestalten auf dem Südfriedhof mehrmals im Jahr eine Trauerfeier. Die Teilnahme daran steht allen betroffenen Familien – unabhängig von Glauben und Religion – offen und ist kostenlos. Im Anschluss an die Trauerfeier setzen wir die Gemeinschaftsurne im Sternenkindergrab bei.
Nächste Termine: 22.03. / 05.07. / 15.11.2025 um 10 Uhr auf dem Südfriedhof Cottbus
Die Selbsthilfekontaktstelle Cottbus hat eine Gruppe für Eltern von Sternenkindern gegründet. Eine Betroffene schreibt: „Ich bin Mutter zweier Sternenkinder und musste meine Söhne leider viel zu früh gehen lassen. Nun bin ich auf der Suche nach einer Gruppe zum Austausch, egal ob bei einer gemütlichen Runde drinnen oder einem Waldspaziergang in der Natur. Diese Gruppe soll Eltern, die ebenfalls ein Sternenkind zur Welt gebracht haben, helfen, sich selbst zu helfen. Als Betroffene weiß ich wie schwer und verwirrend es sein kann geeignete Hilfe zu bekommen bzw. zu finden und den Trauerprozess durch zu stehen. Diese Gruppe soll allen Raum geben über unsere Kinder zu sprechen, zu lachen, zu weinen oder auch die Gewissheit geben das wir mit dieser unglaublichen Last nicht allein sind.Und auch das unsere Engel nicht allein sind, kann ein tröstender Gedanke sein!“ Wenn Sie an der Gesprächsgruppe teilnehmen möchten, dann melden Sie sich bei uns. Ansprechpartnerin: Angelika Koal, Selbsthilfekontaktstelle REKIS Cottbus, 0355 543205 kontakt(at)selbsthilfe-cottbus.de
Christiane Schwarz
Koordinatorin Hospizdienst
Tel. 0355 58 420 30